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ADHS, Depressionen & Co.

adhd

“ADHS - das sind doch die Kinder, die immer am Zappeln sind, die keinen Gedanken beieinander halten und die generell eher quirlige Verhaltensweisen an den Tag legen, oder? Das gibt sich doch im Erwachsenenalter von alleine, das ist doch eigentlich kein Problem.”

Diese oder ähnliche Aussagen bekomme ich von Zeit zu Zeit mit, seit ich mich mit dem Thema beschäftige. Ich selbst hatte ähnliche Ansichten, bis ich realisierte (mit Anfang 40, wohlgemerkt), dass all das irgendwie auch auf mich zutraf und zutrifft - und noch so vieles mehr. Heute glaube ich, das ganze Thema besser einordnen zu können, aber es gibt noch viele offene Fragen und Unsicherheiten. Was bedeutet es, ADHS zu haben? Wie gehe ich damit um, wie meine Umwelt? Ist es eher eine Behinderung oder eine Superkraft und darf ich die Eigenheiten, die ich krankheitsbedingt nun einmal habe, nun eher ausleben als vorher?

Ich möchte an dieser Stelle einen Einblick in mein Leben mit ADHS und den möglicherweise dadurch begünstigten Depressionen geben, sowie meine Gedanken zu bestimmten Aspekten festhalten.

Neurodiversität vs. Neurodivergenz (und anstehende Überarbeitung aller betroffenen Artikel)

Da mich übrigens letztens eine Leserin darauf aufmerksam machte und mir selber der Unterschied bis dahin gar nicht bewusst war: Überall, wo ich auf den folgenden Seiten von “Neurodiversität”, “neurodivers” und so weiter schreibe, meine ich eigentlich “Neurodivergenz” und “neurodivergent”. Denn neurodivers ist jeder Mensch, dieser Begriff beschreibt das komplette Spektrum und die natürliche Ausprägung der menschlichen Vielfalt im Bezug auf das Gehirn. Eigentlich ein sehr schöner Begriff, denn er beschreibt auch von der “Norm” abweichende Hirnentwicklungen als vollkommen normal. Neurodivergenz beschreibt hingegen explizit eine neurologische Abweichung von der Norm, also von neurotypischen Menschen. Was dabei die Norm ist wird vermutlich immer eine fließende Definition bleiben. Klar ist: Neurodiversität unterscheidet sich von der grundlegenden Aussage her von Neurodivergenz. Ich selber würde lieber in einer Welt leben, in der jeder Mensch als neurodivers wahrgenommen und als Individdum Teil der gesellschaft ist, ohne ausgegrenzt zu werden. Doch in der Realität bin ich leider darauf angewiesen, mich als neurodivergent zu sehen und für entsprechende Rücksichtnahme und Verständnis zu werben. Daher werden über die nächsten Wochen alle Formulierungen auf dieser Seite angepasst werden. Danke, liebe Leserin, für den wertvollen Hinweis und Denkanstoß!