Unabhaengigkeit
Unabhängigkeit ist ein starkes Wort, das gerade jetzt (Anfang 2026) wieder sehr oft in den Medien zu hören ist. Aber worum geht es da eigentlich und wieso geht uns das alle etwas an? Eine kurze und hoffentlich verständliche Erklärung inklusive Empfehlungen.
Das Spiel mit der Macht
Aktuell richten sich alle Augen vor allem auf die USA. Präsident Dumb Trump dehnt die Grenzen des Erträglichen quasi im Tagesrhythmus und führt uns immer mehr vor Augen, weswegen Politik, Wirtschaft und Religion nach Möglichkeit nicht zu sehr miteinander kuscheln sollten und warum faschistische Tendenzen bekämpft und Menschenrechte gestärkt werden müssen. Er und seine Tech-Buddies präsentieren uns auch eine Vorschau darauf, was passiert, wenn Monopolisten sich politische Macht kaufen können. Das kann hier im demokratisch gefestigten Deutschland natürlich nicht passieren…
Aber was haben die Weltmachtsphantasien einiger Oligarchen und der freidrehende US-Präsident mit der gesunden Karottenbräune im Gesicht mit uns zu tun, abgesehen davon, dass sie mit ihrem Schauspiel die kreativsten Hollywood-Filme in den Schatten stellen? Die Antwort könnte sehr komplex und umfangreich ausfallen, aber eigentlich braucht es nur ein paar Sätze, um die Problematik aufzuzeigen.
Zum einen nutzt quasi die ganze Welt (eventuell mit Ausnahme des asiatischen Wirtschaftsraumes) primär Dienste, die US-Unternehmen bereitstellen. Überlege einmal, ob Du Produkte der folgenden Firmen selber nutzt, unabhängig davon ob Du dafür zahlst oder nicht: Amazon (Audible, AWS-Clouddienste, Gaming, Musikstreaming, Shopping, Videostreaming, Werbung), Apple (Comnputer, Mail, Musikstreaming, Smartwatches, Videostreaming, Werbung), Disney (Gaming, Videostreaming), Google (Android, Cloud-Dienste, DNS, Gaming, Google Drive, Kalender, Mail, Maps, Office-Anwendungen, lufthol Suchmaschine, Übersetzer, Werbung, Youtube), LinkedIn (Soziale Netzwerke), Meta (Casual Gaming, Instagram, Facebook, Messenger, Werbung, WhatsApp), Microsoft (Cloud-Dienste, Gaming, Infrastrukturdienste, Mail, Office-Anwendungen, OneDrive, Teams, Werbung, Windows), Paramount (Video-Streaming), Twitter (Soziale Netzwerke). Die Liste lässt sich scheinbar endlos fortsetzen, sogar der von mir ansonsten jederzeit empfohlene Messenger Signal gehört einer US-Firma. Das ist deswegen ein Problem, weil US-Firmen gesetzeshalber verpflichtet sind, Anordnungen diverser Behörden (und speziell des Präsidenten) Folge zu leisten. Wenn jetzt also der Clown aus Übersee entscheidet, dass beispielsweise Deutschland ihm nicht genügend die Stiefel leckt, könnte er (rein hypothetisch, ich male hier bewusst den Teufel an die Wand) allen US-Firmen befehlen, alle Accounts deutscher Staatsbürger zu deaktivieren. Oder, wenn man es realistischer haben möchte: Die Accounts einzelner unliebsamer Personen. Glaubst Du nicht? Ist schon passiert und zeigt, wie einfach sich mit derartiger Macht Politik machen lässt. Und wer Mitgliedern des Internationalen Strafgerichtshofes Zugänge kappt, um sie ruhigzustellen, hat vermutlich noch weniger Skrupel, auch mal eine unangenehme Firma oder Verwaltung wegzuzappen. Die Möglichkeiten sind ausreichend vorhanden.
Zum anderen hat das wirtschaftliche Zusammenrücken der Welt in den letzten paar Jahrzehnten dafür gesorgt, dass immer weniger Produkte lokal produziert werden. Man geht ins vermeintlich günstigere Ausland, lässt Hochtechnologie billig in China produzieren und sammelt nur noch die Gewinne ein. Gewinnmaximierung ohne Risikoabschätzung möchte man an vielen Ecken unterstellen. Denn was jetzt Trump mit Strafzöllen zu erzwingen versucht, kann nur deswegen überhaupt solche Wellen schlagen, weil viele Branchen abhängig sind von den USA (und anderen Wirtschaftsräumen) - zumindest glauben viele Unternehmen und Staaten offenbar daran. Generell ist es natürlich unvermeidbar, dass es einen weltweiten Handel gibt, angefangen bei Rohstoffen bis hin zur Arbeitskraft der Menschen. Doch wir haben global gesehen vergessen, dass ein guter Mix unabhängig macht und der Gedanke an die Gewinnmaximierung nicht dafür sorgen sollte, dass man sich an einige wenige Monopolisten bindet, die, wenn sie wegfallen, ganze Industrien lahmlegen können. Dass Trump sich mit seinen Strafzöllen ins eigene Fleisch schneidet war von Anfang an klar, denn letztendlich zahlen nicht alle anderen die Zölle, sondern die US-Bürger, die an importierte Waren kommen wollen. Dennoch zeigt die aktuelle Situation, wie leicht sich wirtschaftliche Abhängigkeit als politisches Druckmittel verwenden lässt, wenn man genug Intelligenz und Schamlosigkeit besitzt.
Unabhängigkeit und Freiheit
Alleine der Gedanke, dass jemand (im Sinne von Firmen oder ausländischen Regierungen) die Macht hat, mit wenigen Handgriffen große Teile meines persönlichen oder des öffentlichen Lebens massiv zu beeinflussen, macht mir Bauchschmerzen. Und das, was wir alle im seeligen Glauben an Googles längst zur reinen Fußnote degradierten Leitmotto don’t be evil (das für viele stellvertretend auch für die ganze US-Tech-Industrie gedeutet wurde) getan haben, ist doch im Grunde genau das: Wir haben uns auf vermeintlich kostenlose oder im Vergleich alternativlos günstige Dienste gestürzt, haben uns berieseln, beschallen und beliefern lassen, haben unsere Infrastruktur in die gepriesene Cloud gestellt - nur um langsam zu merken, dass wir uns in eine Unfreiheit maneuvriert haben, aus der wir nur schwer wieder herauskommen können.
Die Reaktion auf die aktuellen Ereignisse in Übersee (die aktuell auf militärischem Wege bis in den Nahen Osten herüberschwappen) lösen aktuell an einigen Stellen ein Umdenken aus. Microsoft- AWS- und Google-Produkte werden in vielen Unternehmen einer erneuten kritischen Beurteilung unterzogen. Europäische Alternativen zu US-Clouddiensten werden (erneut) gefordert, man möchte unabhängiger sein, frei vom Diktat des “Großen Bruders”. Und während die Unternehmen forschen, entwickeln und ihre Infrastruktur neu denken müssen, haben wir als Privatpersonen anders gelagerte Entscheidungen zu treffen: Bequemlichkeit vs. Unabhängigkeit. Und während es derzeit beispielsweise im Bereich des Video- und Audiostreamings aus meiner Sicht kaum brauchbare (sprich: mit einer ausreichenden Menge an qualitativ hochwertigen Inhalten gefüllte) Alternativen gibt, sind an anderen Stellen durchaus brauchbare Alternativen entstanden, die teilweise bereits jahrelang am Markt sind und mainstream-tauglich sind.
Weg von den Monopolisten! (Empfehlungsliste)
Nachfolgend möchte ich Dir eine Liste von Alternativen zu gängigen US-Diensten vorstellen, die ich persönlich nutze und/oder empfehle. Ich arbeite bei keinem der vorgestellten Unternehmen, habe auch sonst abseits der Nutzerverträge (if any) keinerlei geschäftlichen Kontakte dorthin und werde auch nicht für die Empfehlungen bezahlt. Für einige der Dienste existiert zusätzlich zur normalen Webseite ein Affiliate-Link, bitte schreibt mir eine kurze Mail, wenn ihr diesen für eine Registrierung verwenden wollt. Solltet ihr euch über diesen Link registrieren, erhalte ich vom entsprechenden Anbieter eine kleine Vergütung im Rahmen eines “Kunden werben Kunden”-Systems. Einfluss auf die Platzierung in der Liste oder generell die Empfehlung hat das keine. Sollte für einen Dienst ein entsprechendes System existieren, verlinke ich dieses am Ende der Beschreibung.
Alle empfohlenen Dienste sind zudem (soweit ich es beurteilen kann) datenschutzfreundlich, sammeln also nach Möglichkeit nur notwendige Daten über euch und geben diese nur dann weiter, wenn es gar nicht anders geht (gerichtliche Anforderungen oder Verbindungen zu Diensten Dritter, die ihr aktivieren könnt).
Google Mail / Hotmail / Apple Mail
Alternative(n):
tuta
tuta ist ein deutsches Unternehmen, das sich Datenschutz auf die Fahne geschrieben hat. Der Mailservice ist in der “Free”-Version kostenlos nutzbar, bietet dort 1GB Mailspeicher und garantiert keinerlei Tracking sowie vollständige Verschlüsselung des E-Mail-Postfaches, das auch dem Betreiber keinerlei Zugriff gewährt. Dazu gibt es einen Kalender und man kann bis zu drei Labels erstellen, mit denen man Mails kategorisieren kann.
Wer auf vergleichbare Speichergrößen und Funktionen wie Google Mail kommen möchte, hat die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen. Hier werden wahlweise 3,60 oder 9,60 Euro pro Monat berechnet, bei jährlicher Zahlung können hier jeweils 7,20 bzw. 19,20 Euro pro Jahr eingespart werden. Für die günstige Variante erhält man 20 GB Speicher, so viele Kalender und Labels wie man braucht, 15 zusätzliche Mailadressen und die Möglichkeit, bis zu drei eigene bestehende Domains für Mailversand und -Empfang zu benutzen - technisches Wissen vorausgesetzt. Dafür fällt bei einer externen Domain die Limitierung der Anzahl der Postfächer weg. Die teurere Version hebt den Mailspeicher auf 500GB an, erlaubt 30 zusätzliche Mailadressen und bis zu 10 eigene Domains. Zusätzlich werden für beide Abo-Varianten der Versand und Empfang von Termineinladungen für den Kalender sowie ein konfigurierbarer Autoresponder freigeschaltet. Im teureren Modell kann man zudem seine bestehenden Mails in die tuta-Mailbox importieren.
Anders als einige Mitbewerber setzt tuta bei der Erstellung von verschlüsselten Mails nicht auf PGP/GPG oder S/MIME, sondern implementiert eine Art verschlüsselter Mailbox mit vorher vereinbartem Passwort. Während interne verschlüsselte Mails von tuta-Benutzern untereinander direkt zugestellt werden, erhält ein Empfänger außerhalb der tuta-Infrastruktur eine Mailbenachrichtigung, dass eine vertrauliche Mail eingegangen ist. Über einen mitgelieferten Link erhält man Zugriff auf die durch ein Passwort geschützte Mailbox, dieses sollte man am besten im Vorfeld auf einem anderen Weg (telefonisch, persönlich, via verschlüsseltem Messenger) bereits ausgetauscht haben.
Auch bei der lokalen Abholung der Mails vom tuta-Server geht das Unternehmen eigene Wege. Während die Konkurrenz größtenteils IMAP, POP3 und SMTP erlaubt, um Mails mit beliebigen Clients abzuholen und zu versenden, stellt tuta einen eigenen Client für alle gängigen Betriebssysteme bereit. Auf diesem Weg wird sichergestellt, dass Mails nicht unbeabsichtigt unverschlüsselt auf dem lokalen Gerät herumliegen, sondern immer vor Zugriffen geschützt sind.
Die Absicherung der Zugänge zu den Mailkonten geschieht über gängige OTP- oder U2F-Tokens. Kritikpunkt hier: Die Nutzung eines zweiten Faktors (2FA) wird nicht erzwungen und damit kann ein abhanden gekommenes Passwort schnell zur Accountübernahme führen.
Affiliate Program: https://tuta.com/de/support#refer-a-friend (Link auf Anfrage)
Proton Mail
Proton vereint gleich mehrere Dienste, unter anderem VPN-, Mail- und Kalenderfunktionen, Dateiplattform, Passwortmanager sowie eine einfache Office-Umgebung. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz wirbt mit Privatsphäre-freundlichen und sicheren Diensten, die Dritten keine Einsicht in die eigenen Mails und Dokumente ermöglichen.
Wie auch tuta bietet Proton ein kostenloses Modell an, das neben 1 GB Mailspeicher drei Kalender, Zugriff auf mehrere tausend VPN-Server in 10 Ländern, 5 GB Cloudspeicher für Dateien sowie die Office-Umgebung, den Passwortmanager sowie einen Chatbot bietet. Allerdings erlaubt Proton in dieser Variante nur 150 ausgehende Mails pro Tag, was allerdings für viele Privatnutzer kein limitierender Faktor sein dürfte. Unangenehmer jedoch: Die Einbindung in fremde Mailclients ist für kostenlose Konten deaktiviert, hier muss man zu einem der Abo-Modelle greifen. Proton bietet davon zwei Stück für jeweils 12,99 (Proton Unlimited) oder 19,99 Euro (Proton Duo) pro Monat bzw. 9,99 und 14,99 Euro bei jägrlicher Zahlung an, die Grenzen der bereitgestellten Dienste deutlich erweitern. Mit dem kleineren Abo erhält man 500 GB Soeucher, 15 zusätzliche Mailadressen, Unterstützung für bis zu 3 externe Domains, unbegrenzte Ordner und Labels sowie diverse Zusatzfunktionen, die der kostenlosen Version schlicht fehlen. Auch der Umfang der zusätzlichen Dienste wird deutlich erweitert, so besteht beispielsweise Zugriff auf mehrere zehntausend VPN-Server in mehr als 120 Ländern, Versionshistorie des Datei-Shares, und so weiter. Die zweite Abo-Option richtet sich vor allem an Personen mit Partner*innen, da primär ein weiterer Login-Account zugeschaltet wird und einige Beschränkungen entsprechend angehoben werden. Der verfügbare Speicher wird sogar auf 2 TB angehoben. Ansonsten entspricht der Leistungsumfang größtenteils dem des günstigeren Modells.
Der Zugriff auf Mails erfolgt via App oder klassische Mail-Clients. Letztere benötigen den Umweg über die sogenannte Proton Bridge, die sich anstelle des Mailclients an den Servern anmeldet und für diesen lokal einen SMTP- und IMAP-Endpunkt bereitstellt. Für technisch nicht versierte Benutzer ist die Einrichtung damit schwieriger als bei der Konkurrenz, außerdem erlaubt Proton so, dass Mails unverschlüsselt auf dem System abgelegt werden. Die Sorgfaltspflicht liegt hier also beim jeweiligen Nutzer. Dafür interferiert diese Methode nicht mit einem optional eingerichteten zweiten Faktor, der wie auch bei tuta leider nicht erzwungen wird.
Proton setzt bei der Mailverschlüsselung klassisch auf PGP/GPG, wobei die Schlüsselverwaltung innerhalb der Webanwendung geschieht. Das Erstellen, Verwalten, Verteilen und Ersetzen von Schlüsselmaterial entfällt somit, was für viele Nutzer sicherlich eine Erleichterung darstellt. Der Speicher, der alle Nutzerdaten beinhaltet, ist auch bei Proton derart verschlüsselt, dass niemand außer dem Accountinhaber (oder Personen mit Zugang zu den entsprechenden Logindaten) auf Mails, Dateien oder Kalender zugreifen kann. Proton wirbt zudem stark damit, dass die Daten ihrer Nutzer geschützt sind und nicht an Dritte herausgegeben werden, unter anderem werden keine Logdateien erstellt. Der veröffentlichte Transparency Report liest sich auch erfreulich positiv, bis man etwas nach unten scrollt. Während für den VPN-Service alle staatlichen Anfragen zu Nutzerdaten abgewehrt werden konnten (es existierten einfach keine nutzerbezogenen Daten, die eine Identifizierung des Accounts möglich machten), werden bei Anfragen bezüglich des Mail-Service im Schnitt nur etwa 10% abgewehrt und dem Rest stattgegeben. Da die Mailadresse in der Regel einem Account zugeordnet werden kann, solange diese noch geschaltet ist, kann Proton so wenigstens den zugehörigen Account sowie (außer man hat mit Bargeld gezahlt) die Zahlungsinformationen ermitteln und ist verpflichtet, diese bei gerichtlichen Anordnungen an den Schweizer Gesetzgeber herauszugeben. Und auch wenn Proton keinerlei Daten direkt an ausländische Behörden herausgibt, können diese über das Schweizer Rechtssystem dennoch eine indirekte Herausgabe als Amtshilfe erwirken. Da die Schweiz nicht direkt der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) unterliegt, entstehen hier möglicherweise Lücken, die bei einem Deutschen Unternehmen wie tuta in der Art nicht ausnutzbar wären.
Grundsätzlich ist es aber eher unwahrscheinlich, dass für normale Nutzer dadurch Nachteile entstehen. Vergleicht man die Anzahl der Proton-Accounts (ca. 100 Millionen Nutzer im Jahr 2023) mit der Anzahl der erfolgreichen Datenanforderungen (ca. 6000 im selben Jahr), scheint die Chance, von gezielten Ermittlungen betroffen zu sein (dafür müsste man erst einmal in erheblichem Maße straffällig werden), doch recht gering zu sein.
Affiliate Program: https://proton.me/support/referral-program (Link auf Anfrage)
Weitere Alternativen zu Gmail & Co. zum selber Recherchieren findest Du auf european-alternatives.eu
Google Drive / OneDrive / DropBox
Alternativen:
Proton Drive
Über Proton habe ich ja im vorherigen Absatz schon einiges geschrieben, daher wiederhole ich hier nur die relevanten Punkte. Die Schweizer bieten mit Proton Drive eine Alternative zu anderen Cloud-Dateiablagen an, die komplett verschlüsselt ist und auch dem Anbieter keinen direkten Einblick in die Daten erlaubt. Der Zugriff ist von überall über ein Webinterface möglich oder über Clients, die für alle gängigen Betriebssysteme angeboten werden und die automatisch Dateien zwischen den angebundenen geräten und der Cloud ermöglichen.
In die Weboberfläche integriert ermöglichen Proton Docs und Proton Sheets sowohl das direkte Bearbeiten von Dokumenten, als auch kollaboratives Arbeiten an mit anderen Nutzern geteilten Dokumenten. Hierbei benötigen die eingeladenen Personen keinen eigenen Account, sie können einfach über einen geteilten Link loslegen. Optional kann für externe Nutzer ein Passwort und ein Ablaufdatum für die Freigabe erstellt werden.
Kostenlos erhält man 5 GB Cloudspeicher sowie die Text- und Tabellen-Editoren. Wer sich rein auf Proton Drive konzentrieren möchte und die kostenpflichtigen Optionen des Proton Unlimited- oder Proton Duo-Tarifs benötigt, kann sich auch für die eigens für Proton Drive geschaffene Option “Drive Plus” entscheiden, die zusätzlich Dateiversionierung und eine Erhöhung des Speichervolumens auf 200 GB mitbringt. Der Spaß kostet 4,99 Euro pro Monat oder 3,99 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung.
Affiliate Program: https://proton.me/support/referral-program (Link auf Anfrage)
Nextcloud
Von Nextcloud haben bestimmt schon einige Menschen in Deinem Umfelt (und vielleicht ja sogar Du selbst) etwas gehört. Im Jahre 2016 gründeten ein paar Handvoll Entwickler die Nextcloud GmbH, um eine freie und community-freundliche Variante der Dateiplattform Owncloud zu entwickeln. Daraus entstand eine spannende Alternative zu den Cloud-Diensten der großen Anbieter, denn eine Nextcloud kann man sich nicht nur als gehostete Variante bei diversen Anbietern mieten, sondern sie auch selber betreiben - auf einem angemieteten Server oder sogar zu Hause auf einem günstigen Kleinstrechner oder auf einem NAS, das einen Webserver und PHP bereitstellen kann.
Neben dem reinen Datenspeicher, mit dem alles angefangen hat, erhielt die Nextcloud immer mehr Integrationen und Funktionen, sodass sie heute eine echte Alternative zu vielen etablierten Diensten darstellt. Neben einem vollwertigen Office-Paket und dem vergleichsweise neuen Talk-Service, der Video-Telefonie und Chats auch zwischen verschiedenen Nextcloud-Instanzen ermöglicht, kann die Plattform mit wenigen Klicks und ohne viel notwendigem Hintergrundwissen um weitere spannende Services erweitert werden. Auch Automatisierungen lassen sich so leicht umsetzen, was bei den meisten anderen Plattformen nur mit viel Aufwand möglich ist.
Der Ansatz ist hier ein anderer: Das Produkt selbst ist komplett kostenlos, dafür muss man aber das entsprechende Fachwissen mitbringen, um die Software selber aufzusetzen und sicher zu betreiben. Das ist nicht für jeden etwas, daher haben einige große Anbieter die Chance ergriffen und eigene Nextcloud-Instanzen ins Angebot aufgenommen - die technischen Notwendigkeiten erledigt der Anbieter, die Einrichtung nach eigenen Wünschen der Kunde. Die Anbieter lassen sich diesen Service natürlich bezahlen. Kostenlos gibt es hier nichts, aber für Menschen, die entweder nicht das Wissen oder die Muße haben, sich selber einen Server zu installieren (der im Endeffekt zwar etwas günstiger sein kann, dafür aber mehr Wartungsaufwand generiert), sind solche Angebote durchaus einen Blick wert. Und wer noch einen Raspberry Pi 4, eine alte SSD oder Festplatte und einen USB-Adapter herumliegen hat, freut sich vielleicht ja doch über einen Dateiserver für die ganze Familie.
Da der Nutzer bei einer Nextcloud quasi alles selber in der Hand hat, schließt das natürlich auch die Verschlüsselung ein. Während in der Regel die Verbindung zum Server über TLS abgesichert ist, sieht das Ganze bei den Dateien selbst wieder ganz anders aus. Administrative Nutzer haben in der Regel Zugriff auf alle Daten in der Cloud. Es gibt separat aktivierbare Verschlüsselungsmodule, die theoretisch auch nur dem jeweiligen Nutzer Zugang zu den entschlüsselten Dateien geben sollen, doch generell kann ein Administrator dennoch mindestens die Dateinamen im Dateisystem sehen. Ein “zero knowledge”-Prinzip wie bei Proton existiert leider nicht. Das sollte man bei der Wahl eines Anbieters bzw. bei der Entscheidung, ob man den Server selber betreiben oder mieten will, im Kopf haben. Denn auch der Hoster kann in der Regel im Zweifel auf die rohen Daten im Server zugreifen, auch wenn sie verschlüsselt sind. Ob er sie dann auch entschlüsseln kann ist eine andere Frage, Metadaten erhält er in jedem Fall.
Windows / MacOS / Android
Alternativen:
[GNU/Linux]
Dir war ja klar, dass Linux an irgend einer Stelle auftaucht, oder? Als Alternative für die Desktop-Betriebssysteme von Apple und Microsoft hat Linux einen langen Weg hinter sich und war jahrzehntelang als Frickelsystem für Nerds verschrien. Doch nach und nach etablierte es sich gerade als Server-Betriebssystem, wo es heutzutage auf gut einem Viertel aller Server seinen Dienst tut. Nahezu alle großen Cloud-Anbieter setzen auf Linux, aber auch im ganz Kleinen findet es sich als Basis: In Kleinstcomputern, Messanlagen, Haushaltsgeräten, Routern, Smartphones und Spielekonsolen. Ja, Android ist quasi auch nur ein Linux, und auf dem Steam Deck - dreimal darfst Du raten - läuft auch ein Linux. Spätestens mit letzterem hat das System seinen Weg in die breite Öffentlichkeit gefunden. Valve, der Konzern hinter Steam, investiert seit Jahren beträchtliche Summen in die Weiterentwicklung von Linux-Kompatibilitäts-Tools, die das Ausführen von Windows-Software unter Linux ermöglicht. Und das Märchen, dass man unter Linux ja nicht spielen kann, ist damit am Ende (ich spreche aus Erfahrung)!
Linux steht heutzutage einem Windows in nichts nach. Es ist stabil, gerade im Vergleich zu Windows 11 deutlich performanter und stabiler, hat eine breite Softwarebasis, die größtenteils mit wenigen Klicks aus einem Softwarekatalog installiert werden kann, implementiert standardmäßig Sicherheitsmechanismen, die bei Windows erst händisch nachgerüstet werden müssen und bringt in der Standard-Desktop-Installation in der Regel alles mit, damit man direkt loslegen kann. Office-Paket, Browser, Bildbearbeitung, Mailclient, Mediaplayer - alles direkt vorinstalliert.
Das “Problem” an Linux (das eigentlich keines ist): Es gibt unglaublich viele unterschiedliche Varianten davon, sogenannte Distributionen. Da Linux ein freies Betriebssystem ist und sich jeder den Quellcode schnappen und nach Belieben anpassen kann, sind aus dem ursprünglichen GNU/Linux von Linus Torwalds viele verschiedene Stränge entstanden, die teils untereinander nicht mehr kompatibel sind. Das bedeutet aber nicht, dass Daten von Linux A auf Linux B nicht verarbeitet werden können. Es geht hauptsächlich darum, dass Software für eine Linux-Distribution für eine andere Distribution möglicherweise neu kompiliert, also nach den spezifischen Anforderungen des Systems neu zusammengebaut werden muss. Das ist alles automatisierbar und eigentlich kein Problem, doch kann es so vorkommen, dass beispielsweise in der einen Distribution eine ältere Version des Texteditors angeboten wird als in der anderen. Jede Distribution hat auch ihre eigene Liste, welche Software sie bereitstellt, und so kann das eine oder andere Tool auch mal fehlen. Meist betrifft das aber eher Nischensoftware und selten Programme, die von der breiten Öffentlichkeit verwendet werden.
Wie schon angesprochen ist Linux grundsätzlich erst einmal “frei”. Frei wie in “freie Meinungsäußerung”, nicht zwingend wie in “Freibier”. Es gibt Distributionen, die verkauft werden (allerdings deutlich günstiger als andere kommerzielle Betriebssysteme). Es gibt solche, die zwar grundlegend kostenlos angeboten werden, bei denen man aber Funktionen dazukaufen kann (auch wenn das eher selten vorkommt). Bei anderen kann man wahlweise ein Supportpaket kaufen, um bei Problemen direkt Hilfe zu bekommen. Und bei noch anderen bekommt man gezielt bereitgestellte Sicherheitsupdates nur über ein Abo-Modell, während allgemeine Sicherheitsupdates und Patches wie gehabt kostenlos verteilt werden. Die meisten Desktop-Distributionen sind jedoch wirklich frei, auch im Sinne von Freibier. Auch die meiste Software für Linux (die man als Privatanwender so nutzt) ist kostenlos, auch wenn einige Anbieter heutzutage auch Spezialsoftware für Linux verkaufen.
Das schöne an modernen Linux-Distributionen ist, dass man sie einfach mal ausprobieren kann. Die meisten davon kann man von einem USB-Stick aus im sogenannten Live-Modus starten und so gefahrlos herumprobieren, das System herunterfahren wenn man genug hat, den Stick entfernen, den Rechner wieder anschalten und das bisherige Betriebssystem ist wieder da. Erfahrenere Nutzer können es auch in einer Virtuellen Maschine starten, da kann dann noch weniger passieren. Man kann es auch als Zweit-System installieren, so dass man bei jedem Rechnerstart auswählen kann, ob man nun Windows/MacOS oder Linux starten möchte. Oder man entscheidet sich schließlich, das ursprüngliche Systemn komplett runterzuwerfen und auf Linux umzusteigen. Das fühlt sich im ersten Moment zwar wie ein Sprung ins eiskalte Wasser an, macht aber auch Spaß. Und man ist ein Stück weniger abhängig von marktbeherrschenden Datenkraken mit Allmachtsphantasien.
Persönliche Empfehlung: Fedora Linux
[GrapheneOS]
Leider gibt es keinen Ersatz für iOS auf dem iPhone, aber für Android-Geräte existieren andere Betriebssysteme - kind of. Und irgendwie auch nicht, es ist kompliziert. Denn auch die Alternativen basieren auf Android, und Android ist ja von Google - oder nicht? Und wieder - ja und nein. Android ist eigentlich AOSP - das Android Open Source Project. Es basiert auf einem Linux-Kernel und ist als Quellcode öffentlich verfügbar. Sprich: Jeder kann sich den Quellcode schnappen und sich sein eigenes Android damit bauen, das auf das spezifische Endgerät zugeschnitten ist. AOSP gehört nicht (zu) Google, doch Google verwendet es, um daraus ein eigenes, stark angepasstes Android zu bauen. Verschiedene Dienste (Mobilfunkservices, Google Play Services, Chrome, der Google Play Store und etliche andere) werden hart in das System integriert, damit im Endeffekt alle Datenströme über Google laufen oder zumindest durch deren Prozesse geleitet werden. Damit bekommt Google Kontrolle darüber, was auf dem Gerät installiert ist, über Ortungsdaten und überhaupt den Zugang zum Gerät. Ohne diese Anpassungen seitens Google würden wir vermutlich das Smartphone nicht mehr wiedererkennen. Apps ohne Play Store installieren? Kein Browser, abgespeckte Telefonie-App, die ganzen vorinstallierten Apps weg? Die meisten würden verzweifeln.
Hier setzt GrapheneOS an. Auch GrapheneOS ist eine Entwicklung auf Basis von AOSP, die einen Teil der von Android bekannten Funktionen ebenfalls implementiert hat, jedoch ohne zentrale kontrollierende Instanz. Daher sind einige Dinge auf einem mit GrapheneOS bespielten Smartphone ungewohnt: Der Play Store ist weg, dafür gibt es einen anderen App-Store, der aber ganz andere Anwendungen hat. Das System fragt gerade in den ersten Tagen außerdem sehr oft, ob man ihm die Berechtigung für irgend etwas geben will und man wird gezwungen, sich damit mindestens ein wenig zu beschäftigen. Allgemein setzt GrapheneOS massiv auf Daten- und Geräteschutz, der im ersten Moment ungewohnt ist und primär nervt. Meine Erfahrung ist: Man gewöhnt sich dran und es ist auch ein schönes Gefühl, etwas weniger überwacht zu werden und grundsätzlich sicherer unterwegs zu sein.
Das Problem mit GrapheneOS und allen anderen “after-sales-Distributionen”: Wenn der Anbieter, bei dem man das Handy gekauft hat, oder gar der Hersteller selber es nicht erlaubt, kann man das Betriebssystem oft nicht austauschen. In manchen Fällen gibt es Tricks, um die Sperren auszuhebeln, aber oft heißt es trotzdem nur: Keine Chance, wirf weg! Auf der Seite von GrapheneOS gibt es Listen und Anleitungen, welche Geräte überhaupt für das System geeignet sind. Es lohnt sich also, dort hereinzuschauen, bevor man an seinem Gerät verzweifelt. Was auch erwähnenswert ist: Die Neuinstallation eines Betriebssystems löscht alle Daten auf dem Gerät. Wirklich alle. Und Android/AOSP macht es einem nicht gerade einfach, tief im System versteckte Nutzerdaten zu sichern…
Auf der anderen Seite gibt es Anbieter, die entweder eigens entwickelte GrapheneOS-basierte Smartphones oder modifizierte Geräte (wie z.B. das NitroPhone) verkaufen. Ganz aktuell hat Motorola eine Partnerschaft mit GrapheneOS bekanntgegeben, es besteht also Hoffnung auf das erste “offizielle” Graphene-Phone.
Microsoft Office
Alternativen:
LibreOffice
LibreOffice ist vermutlich das erste, das an einem frisch installierten Desktop-Linux auffällt. Eine vorinstallierte Office-Suite, nice! Dann startet man es - und wird erst einmal von der altbackenen Optik abgeschreckt, die an Windows-XP-Zeiten erinnert. So sehr mich der alle paar Jahre wechselnde neue Stil von MS Office genervt hat, so arg habe ich mich auch an eine bestimmte Darstellung gewöhnt. Aber hey, wir sind ja hier nicht bei Winzigweich Microsoft und können uns mit wenigen Klicks behelfen, denn natürlich kann man bei LibreOffice die Oberfläche exakt den eigenen Bedürfnissen anpassen. Und man kann Stunden alleine damit verbringen, glaub mir. Muss man aber nicht.
Die LibreOffice Suite bringt gewohnte Tools unter anderem Namen mit, also Textverarbeitung (Write), Tabellenkalkulation (Calc), Präsentationsprogramm (Impress), Zeichentool (Draw) und Formeleditor (Math). Optional kann man noch eine Datenbank (Base) dazuinstallieren. Die Tools können grundlegend mit Dokumenten verschiedenster Office-Anwendungen umgehen, sind naturgemäß aber spätestens bei den Details nicht zu 100% kompatibel. So wird es vermutlich bei Microsoft Excel-Tabellen an irgendeiner Stelle mal haken, weil die Formeln nicht komplett kompatibel mit den LibreOffice-Formeln sind. Oder weil LibreOffice keine Funktionen versteht, die in VBA geschrieben sind. Oder Impress, das andere Überblendeffekte verwendet als PowerPoint und man daher nachbessern muss. documentfoundation.org geht allerdings auch maximal offen damit um, wo es Kompatibilitätsprobleme gibt, man kann sich also im Vorfeld informieren. Generell gestaltet sich der Umstieg meiner Erfahrung nach aber als wirklich reibungsarm. Ich mag das unaufgeregte Design, das man aber jederzeit ändern kann, die Stabilität und die vielfältigen unterstützten Formate.
LibreOffice ist komplett freie Software und verwendet keinen proprietären Code. Es kann und darf frei verändert werden und jeder kann sich an der Entwicklung beteiligen.
OnlyOffice
OnlyOffice Ich habe OnlyOffice ehrlich gesagt nur einmal benutzt und bin danach wieder zu LibreOffice zurück gewechselt. OnlyOffice ist nicht ganz so flexibel wie Libreoffice, aber vielleicht ist genau das der Grund, wieso Microsoft-Nutzer sich anfangs damit etwas wohler fühlen. Optisch und von der Handhabung her erinnert es eher an das MS-Produkt, manche Quellen behaupten jedoch, dass im gegensatz zu LibreOffice Funktionalität fehlt. Um das abschließend zu beurteilen fehlt mir schlichtweg die Erfahrung mit dem Produkt, es scheint jedoch grundsätzlich eine brauchbare und niedrigschwellige Alternative für Umsteiger zu sein.
Amazon Music / Apple Music / Google Play Music / Youtube Music
Alternativen:
Soundcloud
Wusstest Du, dass Soundcloud ein Deutscher Anbieter ist? Ja? Ich bis zur Recherche zu diesem Artikel nicht. Die SoundCloud Global Limited & Co. KG aus Berlin war mir zwar über ihren Dienst bekannt, nicht aber als Firma. Soundcloud bietet zwar im Vergleich zu den großen US-Konkurrenten nicht ganz so viel lizensierte Titel an, dafür trotzdem eine Unmenge an großartiger Musik. Preislich nimmt sich der Dienst nicht viel mit der Konkurrenz, ein Streaming-Abo kostet ab 5,99 Euro pro Monat mit begrenztem Zugriff auf die verfügbaren Titel oder 11,99 Euro für den vollen Zugriff und Streaming mit hoher Datenrate. Der grundsätzlich kostenlose Account blendet beim Hören Werbung ein und umfasst ebenfalls nur Zugriff auf einen Teil der Titel.
Soundcloud ist sichtbar nicht nur auf Konsumenten, sondern auch auf Musiker zugeschnitten. Hier haben Kunstschaffende direkt Tools an der Hand, um ihre Werke direkt hochzuladen und mit der Community zu teilen. Soundcloud versteht sich in diesem Kontext auch als Distributor und ermöglicht den Upload eigener Titel auch auf diversen anderen Streaming-Diensten. Auch hierfür existieren Abo-Modelle, die für 2,99 Euro pro Monat sehr eingeschränkte Veröffentlichungsmöglichkeiten pro Monat bieten, für 6,99 Euro pro Monat dann aber nahezu alle Beschränkungen aufheben oder auf nutzbare Werte anheben. Darüber hinaus erhebt Soundcloud keine Anteile am Umsatz der Künstler sondern zahlt zu 100% aus.
Mir gefällt generell der Gedanke, Musik und die Komsumenten wieder näher zusammen zu bringen und Künstlern faire Bezahlung zu ermöglichen. Große Empfehlung meinerseits als ehemaliger Künstler!
Spotify
Bei Spotify hatte ich eigentlich auch die Assoziation mit einem US-Unternehmen, doch auch hier: Nope, nopedi-nope! Die Spotify AB aus Schweden ist ein waschechtes Nordlicht und weder mit Übersee verschwägert noch sonstwie verbandelt. Im Gegensatz zu Soundcloud richtet sich das Angebot rein an Konsumenten und die riesige Musikbibliothek steht auch mit dem kostenlosen Account zur Verfügung.
Doch ach, will man gezielt und ungestört diese und jene Musik hören, muss man in die Tasche greifen. Spotify reichert sein Angebot ähnlich wie Soundcloud mit Werbeeinblendungen an, zusätzlich ist es den zahlenden Kunden vorbehalten, über die gehörte Musik zu bestimmen. Ansonsten werden Alben und Songs in zufälliger Reihenfolge gespielt. Zum Glück kann man das für 12,99 Euro pro Monat abstellen und darf nun werbefrei alles in jeder Reihenfolge abspielen und sogar Songs in Dauerschleife hören! Als Student darf man auf 6,99 Euro pro Monat reduzieren, wenn man zu zweit ist gibt’s einen Doppelaccount für 17,99 Euro pro Monat und sogar Eltern werden mit 21,99 pro Monat glücklich, bekommen dafür sogar 6 Konten, von denen eines kontrollieren darf, was die Sprösslinge und die Partner:in hören dürfen. Hooray! Dazu bekommen alle Abonnenten (außer den Studenten) noch 12 Stunden Hörzeit aus dem hauseigenen Hörbuchkatalog. Das alles dann sogar in hoher Qualität.
Für mich persönlich ist Spotify nicht wirklich etwas. Der Dienst zwingt mich quasi in ein bezahltes Abo, anstatt es bei Werbung und schlechterer Qualität zu belassen und ggf. die Albenauswahl wie Spotify etwas einzuschränken. Der Zufallsfaktor mag aber für viele Interessierte gar nicht so schlecht sein, denn so lernt man relativ schnell neue Musik kennen. Was einem nicht gefällt wird weggeswipedklickt und der Algorithmus pendelt sich mit der Zeit auf die eigenen Vorlieben ein.
Alternativen:
Threema
Theema ist ein sicherer Messenger, der von einem Schweizer Unternehmen entwickelt wird und auf sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt. Nutzerkonten sind nicht an die Telefonnummer gebunden, Daten der Nutzer werden weder erfasst noch weiterverkauft. Einzig die Zahlungsdaten müssen verarbeitet werden, denn für die Nutzung von Threema fällt eine einmalige Gebühr (derzeit 6,49€ für Android, 7,99 für iOS) an. Wer über die Appstores kauft liefert die Zahlungsdaten an Google bzw. Apple, aber Threema erlaubt auch den Kauf direkt bei ihnen - sogar anonym via Bargeld.
Threema gibt es sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen, die wahlweise sogar ihren eigenen Server betreiben können. Apps stehen für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung, außerdem kann man via Threema Web auch den Browser nutzen. Die Synchronisation bzw. gleichzeitige Nutzung von mehreren Geräten ist problemlos möglich. Der Export aller Nutzerdaten erfolgt verschlüsselt auf dem lokalen Gerät, damit können bei Verlust eines Gerätes alle Daten bis zum Sicherungszeitpunkt wiederhergestellt werden.
Signal
Signal ist eine der wenigen Ausnahmen auf dieser Seite, wo ich tatsächlich einmal ein Tool eines US-Unternehmens empfehle. Natürlich besteht auch bei Signal die Gefahr, dass mittels gerichtlicher Anordnung Accounts deaktiviert werden müssen oder dass Amazon die Signal-Server abschaltet, die in der AWS-Cloud liegen. Dieses Risiko muss bei der Nutzung bedacht werden. Welches Risiko jedoch nicht besteht: Das angeordnete Ausleiten von Nutzerdaten, denn Signal erfasst diese schlicht nicht. Die gesamte Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Accounts ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und Signal als Betreiber hat keinerlei Möglichkeit, diese Inhalte abzufangen.
Signal ist generell kostenlos und finanziert sich primär durch Spenden. Clients für alle gängigen Betriebssysteme werden bereitgestellt und eine Nutzung und Synchronisierung von mehreren Geräten ist problemlos möglich. Datenbackups erfolgen generell verschlüsselt.