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Kinder und IT

Ein Bekannter postete kürzlich einen sehr spannenden und aus meiner Sicht absolut zutreffenden Artikel über die Fähigkeit von Kindern (und Erwachsenen, aber das nur am Rande), mit Computern umzugehen. Also heutige Kinder, nicht die 80er Kids, aus denen ein Großteil der heutigen IT-Wizards hervorgegangen sind. Ich möchte diesen Artikel gerne aufgreifen und noch ein paar eigene Gedanken beisteuern. Kenntnis des verlinkten Artikels ist für meine Ausführungen nicht notwendig, ich empfehle die Lektüre dennoch wärmstens!

Der Autor beschreibt in seinem Beitrag ausführlich, wie er heutige Kinder und Jugendliche im Umgang mit Technik, speziell mit Computern, wahrnimmt. Und seine Wahrnehmung deckt sich mit meiner: Die Kids können nicht mit Computern umgehen. Und das ist eigentlich auf den ersten Blick ziemlich überraschend, denn die meisten Erwachsenen dichten den “Digital Natives” an, Technik quasi im Schlaf zu beherrschen, da sie damit aufgewachsen sind. Aber: Weit gefehlt, meine Lieben!

Digital Natives

Als Digital Natives gelten heute die sogenannten Millennials (1981-1996), die Generation Z (1997-2012), die Generation Alpha (ab 2013) sowie alle noch kommenden Generationen. Damals hielten die ersten Computer und Spielekonsolen Einzug in die heimischen Kinderzimmer und lösten das vorbestimmte Fernsehprogramm als einzige primär technische Freizeitbeschäftigung ab. Die Digital Natives sind somit diejenigen, die nur das digitale Zeitalter kennen und von der Zeit davor teilweise nur eine sehr grobe Vorstellung haben.

Was unterscheidet aber nun die Digital Natives der 80er von den heutigen Generationen und wieso hat der technologische Wandel nicht dazu geführt, dass die jungen Leute quasi von der Pike auf gelernt haben, wie die Technik funktioniert, mit der sie quasi von Geburt an umgeben sind?

Ich erinnere mich noch relativ gut an meine Kindheit, gerade was Hobbies und Technologie angeht, die damit zu tun hatte. Mein Vater war Ingenieur und hatte privat eine kleine Holzwerkstatt, in der er, wenn ihm danach war, Dinge reparierte oder Holzspielzeug für Kinder herstellte. Die Werkstatt war für mich meistens off-limits, zu groß die Gefahr, dass ich mich dort verletzte. Aber wenn mein Vater dort etwas bastelte, durfte ich zuschauen und er erklärte und zeigte mir dann die eine oder andere Technik. Schnitzen, Hobeln, Drechseln, Sägen, Bohren, für mich war das ein riesiger Spaß, vor allem weil die entsprechenden Maschinen so viel mehr Möglichkeiten biten, als alles mit der Laubsäge oder dem kleinen Handbohrer mühselig selbst zu machen. Und so wusste ich bereits als Kind, wie man Sägeblätter an einer Bandsäge wechselt, Bohrfutter richtig einspannt und so einige andere Dinge, von denen andere Kinder in meinem Alter vermutlich noch nie gehört hatten. Und auch meine Mutter war handwerklich begabt, sie erstellte aus im Wald gefundenen Baumwurzeln und allerlei Kiefernzapfen, Moosen, Zweigen, Farnen und so weiter zauberhafte gestecke, die später mit Kerzen oder Lichterketten geschmückt werden konnten. Ich war immer fasziniert von ihrer Liebe für’s Detail und der Geduld, die sie in diese Meisterwerke steckte. Ich selber habe zwar nie den Blick für diese Details und die Komposition entwickelt, habe aber viel Inspiration daraus gewonnen.

Schön, ich wusste also, wie man mit Werkzeugen umgeht und wie man auch sehr kleine und empfindliche Bauteile dort anbringt, wo man sie haben möchte. Meine Begeisterung für LEGO aller Art, das meine Eltern gerne zu Geburtstagen oder Weihnachten schenkten, kommt vermutlich aus derselben Ecke - Dinge erschaffen, neues erdenken, kreativ sein mit allem, was mir zur Verfügung steht. Und mit dem ersten KOSMOS-Experimentierkasten für Elektronik wurde auch der Wunsch, Dinge zu verstehen, entflammt. Mein Vater erklärte mir, was Dioden, Widerstände, Transistoren, Kondensatoren und so weiter sind, wie sie funktionieren und ich setzte dieses neu erlangte Wissen in den verschiedensten Schaltungen um, die natürlich prompt vorgestellt werden mussten. Dass das schlussendlich auch zu in übermäßiger Begeisterung auseinander genommenen Telefonen oder etwas zu hautnahen Begegnungen mit den stromführenden Kontakten der Steckdose führte: Gescnenkt. Technisches Grundverständnis: Check. Und als dann, irgendwann um 1990 herum, der erste C64 ins Kinderzimmer einzog, war es um mich geschehen. Man konnte mit dem Gerät nicht nur spielen, sondern programmieren. Und nachdem mir mein Vater die englischen Grundbegriffe aus dem Handbuch erklärt und übersetzt hatte, war ich von der Kiste nicht mehr wegzubekommen.

Ich habe mir bis vor einiger Zeit eigentlich keine großen Gedanken darüber gemacht, ob ich damit eher die Ausnahme war oder ob alle Kinder meiner Generation so technikbegeistert waren. Ich kannte es nicht anders, hatte trotzdem meine Kindheit zu großen Teilen in der Natur verbracht, und mangels enger sozialer Kontakte außerhalb der Familie (mit sehr wenigen Ausnahmen) hatte ich auch keine echte Vorstellung davon, ob mein Umgang mit Technik normal war oder nicht. Heute weiß ich: Ich war zwar eher die Ausnahme, dennoch gab es ausreichend junge Menschen, die sich für die neue Technologie begeisterten.

Notwendiges Wissen

Um die frühen Computer zu bedienen, musste man erst einmal ein paar Grundlagen kennen. Graphische Oberflächen gab es eher nicht, höchstens bei Spielekonsolen, wobei sie sich dort in der Regel auf das Startmenü der via Cartridge geladenen Spiele beschränkte. Der C64 hingegen startete mit einem Textmodus und man musste schon wissen, was man tun muss, um irgendetwas mehr als blau auf blau zu bekommen. Also Kassette in die Datasette legen, schauen, dass die richtige Seite oben ist, ggf. zurückspulen, Play drücken und dann den Ladebefehl eingeben. Nach dem Laden das Programm mit “run” starten. Später mit Disketten dasselbe, nur ohne Zurückspulen, Seitenverwirrung und Play drücken, dann auch mit weniger Wartezeit. Ohne dieses Grundwissen ging gar nichts, man war also gezwungen, sich erst einmal das eine oder andere Kapitel des Betriebshandbuches anzuschauen, im nicht einfach nur einen sehr teuren Briefbeschwerer am Monitor angeschlossen zu haben. Später ging es dann weiter, die ersten PCs, wie wir sie heute kennen, kamen auf den Markt. Ich bekam einen ausgemusterten PC aus der Firma meines Vaters, einen Schneider Euro XT, auf dem meiner Erinnerung nach MS-DOS 3.0 installiert war. Neu für mich: Eine Festplatte. Ich musste also nicht mehr alles, was ich starten wollte, erst einmal umständlich von einer oder mehreren Disketten laden, sondern konnte es auch auf der Festplatte ablegen. Aber auch hier musste ich erst einmal lernen, wie man mit dem Gerät umgeht. Eine GUI gab es nicht (ab MS-DOS 4.0 gab es immerhin die DOS Shell als Dateimanager), das kam dann irgendwann mit Windows 3.11 für mich dazu. Bis dahin: Befehle kennen, wissen wie ein Treiber funktioniert, was der Autostart macht und letztendlich auch verstehen, was ein Bootsektor ist und dass es Software gibt, die diesen infiiziert (das Wort “Virus” kannte ich damals noch nicht) und wie man sie wieder loswird. Daneben natürlich auch das Neuinstallieren des Systems, das öfter notwendig war als man sich das heute vorstellen kann. Kurz: Bis zu den ersten GUIs musste man mit dem Computer in seiner ganz spezifischen Sprache interagieren. Darüber hinaus waren die Ports der Geräte mit ihren schnell verbogenen Pins eine ständige Fehlerquelle, also lernte man auch schnell, diese wieder vorsichtig zurechtzubiegen, ohne sie abzubrechen.

Anfang der 90er kamen also für PCs die ersten graphischen Oberflächen auf den Markt. Man musste immer noch wissen, wie man diese von etlichen Disketten installierte, und startete, danach reduzierte sich das notwendige Wissen für die Benutzung aber massiv. Man konnte klicken, die GUI war im Vergleich zur Kommandozeile intuitiv und man konnte sich auf vermeintlich Wichtigeres konzentrieren. Mit Windows XP wurde das Ganze auf ein neues Level gebracht, hier startete das System vollautomatisch in die GUI und man konnte es von einer CD direkt installieren. Viele Computer kamen mit vorinstalliertem Windows und so entfiel die Notwendigkeit, sich überhaupt mit der Konsole zu befassen. Diese fand man dann auch als Teil der GUI, sollte es doch einmal notwendig sein. Komplexität wanderte in den Hintergrund, einfache Handhabung in den Vordergrund. Und so ging es weiter, nicht nur bei Microsoft, auch bei Apple und schließlich auch bei Linux funktionierte immer mehr im Hintergrund und die Nutzer brauchten quasi kein Basiswissen mehr. Spätestens seit Smartphones und Tablets auf den Markt kamen ging es quasi nur noch darum, möglichst intuitive und wenig technische Oberflächen zu präsentieren. Das führte aber dazu, dass Geräte als “funktioniert halt” wahrgenommen wurden, was ja auch in den meisten Fällen stimmte. Aber sobald etwas nicht funktioniert fehlte nun den meisten Menschen, die mit dieser Wahrnehmung aufgewachsen waren, das Hintergrundwissen, um sich selber zu helfen.

Klicki-bunti & Internet

Das, was viele Eltern heute als “Mein Kind ist total fit mit Computern” wahrnehmen, hat eigentlich gar nichts damit zu tun. Sie sehen, dass ihr(e) Kind(er) den halben Tag am Tablet, Smartphone oder auch mal am Laptop verbringen und schließen daraus, dass damit auch ein tiefergehendes Wissen einhergehen muss. Ich beobachte das Gegenteil. Denn was machen die Kids am Gerät? Sie spielen Gelegenheitsspiele, scrollen sich durch Facebook oder Instagram und schauen sich Kurzvideos auf Tik Tok oder Serien bei Amazon, Apple oder YouTube an. Nebenher wird gechattet. Für all das braucht man exakt wie viel Wissen? Genau, man muss wissen, wie man eine App startet und wie man liest und schreibt. Und auf diesem sehr niedrigen Anforderungslevel bleiben sie dann stehen, denn es besteht keine Notwendigkeit, mehr zu lernen. Das Gerät in’s WLAN bringen? Machen die Eltern, wenn man fragt. Gerät startet nicht? Wird zur Reparatur geschickt oder direkt ersetzt. Irgendetwas funktioniert nicht? Irgendwer wird sich schon kümmern. Ich erlebe es sogar recht häufig, dass Fehler komplett ignoriert werden, solange sie nicht die häufig frequentierten Aktivitäten betreffen. Und irgendwann, oft nach Monaten, habe ich dann ein still vor sich hin siechendens Gerät in der Hand und meine Frage, wieso man mich nicht gefragt habe, ob ich den Fehler beheben kann, wird mit einem verständnislosem “Wieso, funktioniert doch trotzdem” beantwortet.

Warum man Fehler analysieren und beheben sollte, erschließt sich vielen erst gar nicht. Warum Updates wichtig sind, warum Passwörter nicht leicht erratbar sein sollten, all so etwas: Viel zu abstrakt, viel zu kompliziert, jetzt gib das Tablet wieder her, auf Tik Tok hab ich bestimmt schon wieder was verpasst.

Und das Ganze zieht sich durch. Sogar Menschen, die ganz bewusst eine Ausbildung in diesem Bereich machen, sind oft erschreckend unbedarft. Ich selber habe meine Ausbildung erst sehr spät begonnen, ich hatte auch nicht das Gefühl, dass mir fachliches Wissen davor fehlte. Aber für die Jobsuche brauchte ich trotzdem über kurz oder lang etwas auf dem Papier und so kam ich mit Mitte 20 in den Genuss, einen direkten Einblick in die Denkweise meiner eigenen Generation zu kommen - auch wenn sie im Schnitt fünf Jahre jünger waren als ich. Motiviert waren sie fast alle, aber bei Ausbildungsbeginn hatten nur wenige wirklich tiefere Erfahrungen mit IT-Technik gesammelt. Und ich halte das niemandem vor, nicht falsch verstehen. Für diese jungen Leute war es einfach ein Einstieg in ein komplett neues Thema und die Entscheidung, sich in dieser Richtung zu bilden, hatte unterschiedlichste Gründe. Und auch wenn die meisten meiner Mitauszubildenden grundlegend mit derselben Technik aufgewachsen war wie ich, fehlte dem Großteil auch das grundlegende Wissen, wie diese Technik funktioniert. Für mich war das sehr befremdlich, aber wie schon erwähnt, ich habe meine eigene Normalität bis dahin nur selten an der Realität anderer messen können.

Ich habe seitdem primär in sehr techniklastigen Bereichen gearbeit. Und gerade bei meinem aktuellen Arbeitgeber (Stand 2026) sehe ich auch unglaublich viele junge Menschen, die fachlich tief in der Materie stecken, die frisch aus der Ausbildung oder dem Studium kommen und mein eigenes Wissen oft direkt in den Schatten stellen. Junge Leute, die wie ich auch schon als Kind technische Geräte auseinander- und wieder zusammengebaut haben, die früh mit dem Programmieren begonnen haben und die einfach Spaß daran haben, Technik nicht nur zu bedienen, sondern auch zu verstehen. Und von Zeit zu Zeit vergesse ich darüber, wie wenige Menschen es eigentlich sind, die diese Begeisterung aufbringen können und sich in solche Themen einarbeiten. Und dann staune ich Bauklötze, wenn jemand mit einem vollkommen trivialen Problem vor mir steht, das mit zwei (offensichtlichen) Klicks zu beheben ist.

Es geht doch anders!

Spannenderweise beobachte ich aber auch, wie einige wenige Menschen in meinem Umfeld sich (aus meiner Sicht) positiv entwickeln und ihre digitale Unmündigkeit in Eigenregie überwinden. Eine gute Freundin, die immer behauptete “Technik hasst mich” und tatsächlich auch einen beeindruckenden track record von versagender Hard- und Software aufzuweisen hatte, hatte eines Tages wohl die Nase voll von Microsofts Cloud-Plänen und der Gängelung der eigenen Kunden und fragte mich, was ich denn so stattdessen benutze. Linux assoziierte sie größtenteils mit Frickelei auf der Kommandozeile, zeigte aber von sich aus Interesse daran, das mal auszuprobieren. In dem Moment wäre ich beinahe vom Stuhl gefallen, denn eigentlich hatte ich sie bisher so wahrgenommen, dass sie am liebsten alles so behalten würde wie es ist, um nicht wieder umlernen zu müssen - der alle paar Jahre anfallende Wechsel auf eine neue Windows-Version war schon stressig genug. Nun gut, ich führte ihr ein paar Linux-Distributionen und GUIs im Live-Modus vor, sie entschied sich und wir installierten ihr das System. Zugegeben, die Installation und Konfiguration machte ich, sie sagte mir nur, was sie gerne wie eingerichtet haben wollte. Aber: Sie lernte, mit dem System umzugehen und schrieb mir letztens voller Stolz, sie habe es geschafft, einen manuellen Patch für eines ihrer Spiele selber einzuspielen und sogar einige Mods zu aktivieren. Wohlgemerkt knapp ein Jahr nach der Umstellung auf Linux, und für die notwendigen Schritte braucht man schon einiges Hintergrundwissen. Wie stolz ich auf sie war (und nach wie vor bin) kannst Du Dir sicher vorstellen.

Auch meine kleine Schwester entschied sich bei einer anstehenden Neuinstallation ihres Betriebssystems (ich hatte bei der Erstinstallation Mist gebaut und ein Upgrade auf die aktuelle Version 11 von Windows war nicht möglich) stattdessen direkt für Linux. Auch sie hatte bisher keinerlei Berührungspunkte mit dem System und stürzte sich ins eiskalte Wasser - und scheint seitdem sehr glücklich damit zu sein. Ich würde sie auch nicht gerade als technisch unwissend bezeichnen, sie hat sich selber beigebracht, IT-Probleme analytisch anzugehen und sich im Zweifel selbst zu helfen. Sie gehört wie ich und meine andere Schwester zu den Millennials, und ich bemerke einen starken Unterschied zu den späteren Generationen, die eben diese Problemlösungsfähigkeit im technischen Bereich selten gelernt haben.

Es wird für mich spannend, bei meinen Neffen zu beobachten, wie sie zukünftig mit Technik umgehen werden. Beide haben nun ihre ersten Computer, beide nutzen sie, beide stehen für sich vor der Entscheidung, ob sie verstehen möchten, womit sie da arbeiten. Vom Onkel Folker mit seinen ganzen Laptops, Tablets, Kleinstcomputern und Lötkram waren sie beide immer begeistert, aber wie viel dieser Begeisterung am Ende hängen bleibt und motiviert, selber zu denen zu gehören, die später anderen das WLAN einrichten müssen… die Zeit wird es zeigen.

Ich sehe hier eine große Verantwortungen bei Eltern und Lehrern. Wobei Eltern, die selber mit Technik nicht viel anfangen können und reine Konsumenten sind, vermutlich wenig Begeisterung wecken können. Umso mehr sehe ich das Schulsystem gefordert. Wenigstens die Grundlagen müssen vermittelt werden, denn der Umgang mit komplexer IT wird in inzwischen in fast allen Lebensbereichen gefordert. Je mehr davon wir verstehen, desto weniger machen wir uns abhängig. Und wem das zu abstrakt ist: Jedes “kaputte” Gerät, das ich nicht zum Experten bringen muss oder durch ein neues ersetze, spart bares Geld. Und auch, wenn der Experte ein Bekannter ist, der sich des Problems kostenlos annimmt, würde er die dafür aufgewendete Zeit vermutlich sonst auch anderweitig verbringen wollen.

Gleichzeitig haben auch wir Techies die Verantwortung, Menschen zu enablen. Es hilft niemandem, wenn wir zum x-ten Mal Malware vom PC entfernen, Browsereinstellungen zurücksetzen, Betriebssysteme installieren oder anderweitige no-brainer-Aufgaben wieder und wieder erledigen, die unsere Schützlinge eigentlich auch selbst erledigen könnten. Ich denke, wir müssen auch lernen, “nein” zu sagen und den Leuten die Werkzeuge (in Form von Wissen) an die Hand zu geben, um sich selber zu helfen. In der Serie “IT Crowd” ist ein wiederkehrender Lacher die Frage: “Did you try to turn it off and on again”, die jeden in der IT-Abteilung Anrufenden automatisch begrüßt. Die Wahrheit dahinter ist: Wir haben es versäumt, unseren Peers beizubringen, genau solche Standarddinge zu beherrschen. Neustarten, zurücksetzen, aber auch Datensicherung und Passworthygiene. Viele Probleme, mit denen Menschen heute bei uns aufschlagen, sind mit sehr wenig Grundwissen lösbar, also sollten wir es vermitteln, anstatt zu resignieren und den Fehler mit zwei Klicks eben schnell zu beheben. Sicher, auf kurze Sicht sind wir so schneller, haben aber dieselben Problematiken auch in Zukunft immer wieder auf dem Tisch. Lasst uns Menschen zeigen, wie sie Antworten auf ihre Fragen im Internet finden, genauso wie wir es auch tun. Denn sein wir mal ehrlich: Die meisten uns unbekannten Probleme lösen wir doch auch am ehesten mit einer schnellen Suchanfrage, wenn die Erfahtung nicht ganz ausreicht, oder?