Projekt abgeschlossen…
Ich wollte eigentlich etwas lustiges zu Tag 39 schreiben. Es versprach ganz amüsant zu werden. Meine Ex besuchen, meine Balkon Pflanzen abholen… unter anderem meinen heiß geliebten kleinen Ahorn Baum “Horst” der sich ganz prächtig durch den Winter geschlagen hat. Es hätte so ein köstlicher Nachmittag sein können… bis ich wieder daran erinnert wurde warum ich diese Person die ich mal wirklich geliebt habe nicht mehr sonderlich mag. Sie ist einfach nie da!
Wundervoll, ausser einem guten Kaffee und einem wie üblich guten Gespräch mit meinem Kumpel Thes war der Tag dann herzlich unspektakulär. Ich habe ihn weggelassen. Mit ging sowieso nur noch das Ende meines Projektes im Kopf herum. Und ja, es ist beendet. Ich bin unendlich froh, ein wenig nachdenklich, aber ich kann es sagen. Es ist vorbei, ich habe es für mich geschafft. 40 Tage, 40 Nächte… ohne Sex und ohne Handarbeit, ohne intime Kontakt zu irgendeiner Person.
Viele haben mich schon im Vorfeld gefragt, wie ich es beenden werde. Ich habe bis 23:30 Uhr gesagt ich setze mich hin, ziehe mir einen Porno rein und schreie wenn ich komme damit ganz Bremen was davon hat. Aber, ich und hubert waren dann erstaunlicherweise endlich mal einer Meinung… nach 40 Tagen das erstemal. Also habe ich mir drei Kippen gedreht und mich um 23:59 Uhr mit einem Kaffee auf meinen Balkon verzogen…
Der Mond ist noch fast voll und hier in Bremen hatten wir einen absolut klaren Nachthimmel, das weiße Licht schien direkt auf den Balkon und es war mit meiner Jacke und dem dampfenden Krüger Family Cappuchino sogar ganz angenehm warm. Ich wartete bis meine Uhr piepste… zwölf… meine Kippe glühte. Ein gutes Ende, ein ruhiges Ende… so wie es angefangen hatte. Nach einem Veitstanz im Februar. Mit ein paar Freunden an der Haltestelle. Es war eine komische Idee, wärend des Projekts habe ich sie oftmals dumm genannt… aber ich denke im nachhinein, damit tue ich dieser Idee unrecht. Meine Gedanken schweifen zu Mareen. Wahnsinnig diese Augen, diese Haare… dieser Körper. Ich hasse es das sie mich noch so anmacht, obwohl es vorbei ist, sie sollte hässlich sein. ch sollte dankbar sein das ich so etwas los bin. Aber sie ist nicht hässlich, sie ist halb-koreanerin, mit duftenden Haaren, vollen Lippen, großen und glänzenden Augen… einem Traumkörper… nein verdammt, sie ist ein Männertraum, der mir durch die Finger rutschte. Aus meinen Kopfhörern knallt Combichrist, ich mache es lauter… ich will dieses Bild vor meinen Augen nicht mehr sehen. Und just in diesem Moment, ich schätze es ist zehn nach Zwölf… höre ich ein Flattern durch die Musik hindurch, nicht sehr rythmisch… Scheiße!
“Mach doch bitte die Musik aus!”, flötet es in meinem Kopf. Verdammte Special Effects… ich mag es nicht wenn sie das tun! ch mache was mir gesagt wird, sonst hört der nie auf mir Kopfschmerzen zu verpassen. Da sitzt er, fett und rund, ein bisschen übermüdet und seine Haare sind fettig. Mir ist mal wieder nicht nach reden… ich glaube sie suchen sich extra diese Momente aus! “Armor… “, shit, meine Begeisterung war mir anzumerken. Zum Glück kümmert er sich nicht drum und grinst nur weiterhin wie Johannes B. Kerner auf vier Line Koks. “Hast es geschafft Alter, wer häts gedacht?”. Diese süffisante Stimme… man kommt der sich jetzt toll vor. Ich überlege mir das ich durchaus in der Stimmung wäre Götter vom Balkon zu schubsen. Warum eigentlich? Müsste es mir nicht gut gehen? Fabelhaft geradezu? “Und jetzt? Fickst du die ganze Belegschaft einer chinesischen Fliesbandfirma?”. Der miese Penner weiß wie sehr ich auf Asiatinnen abfahre, aber so vulgär wird er selten. “Wenn das deine Mama hört Kleiner…”, ich war wirklich nicht in der Stimmung ihn zu maßregeln. “Du siehst nicht gut aus… denkst noch viel an deine Flamme was? Du weißt das sie mit dem Typen rumvögelt…”. Oh ich liebe es wenn sie in offenen Wunden rumbohren. Rod, lasst uns ruhig mal Namen nennen… ich hätte ihm so gerne ein paar Knochen gebrochen, aber letztendlich ist die Trennung nicht seine Schuld gewesen. Schade eigentlich… Aber was solls, Armor hörte eh mit. “Was wird jetzt?”. Die miese kleine Ratte mit Flügeln… ich weiß es doch auch nicht. “Schaun wir mal… wie Beckenbauer so schön sagte… und dabei hasse ich es Bayern zu zitieren. Lass mich einfach drüber schlafen!”. Ich war mir natürlich im klaren darüber das er mich tunlichst NICHT darüber schlafen lassen würde, aber es war den Versuch wert. “Fickst du jetzt wieder oder was? Suchst du die grooooße Liebe? Och wie niedlich!”. Ich hasse es wenn Amor zu ironisch wird, das Gefühl einem Kleinkind in paar Zähne rauszuschlagen zu wollen ist… seltsam… Aber er hatte recht, was wird jetzt? Ich kann wieder Sex haben… wunderbar… aber im Hinterkopf ist da noch was, die große Liebe. Dieser unbändige Drang sie zu suchen. Ich mag es nicht darüber nachzudenken, konfuse Gedanken… ohne Zusammenhang… es macht wahrscheinlich keinen Sinn sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Amor grinst immernoch… und wie ich so schweige wird mir langsam etwas klar. Liebe hat nichts davon wenn man über sie nachdenkt. Eine Erkenntnis für die Venus mich sicherlich geküsst hätte… leider hatte ich nur ihren kleinen Rotzlöffel an der Backe! “Sex Kleiner…”, ich bemühte mich es so kurz zusammenzufassen wie möglich, aber das Kleiner konnte ich mir nicht verkneifen. “Also doch!”, grinste es mich an.
Ich stand auf, meine letzte Zigarette war eh am Ende. Es war wohl so halb eins. “Sicher Amor, Sex… du kennst mich doch… aber…”, oh ich wusste das wird ihn treffen! “…mit Liebe!” Ha, der kleine Perverse, nu hat ich ihm seine eigene Butter aufs Brot geschmiert. Wie geht Sex mit Liebe? Kann man denn Sex mit Liebe haben, bei nem One Night Stand, bei ner Affaire? Ich denke ja… man macht sich damit ein kleines bisschen kaputt, denn man muss diess Gefühl danach erwürgen, es vierteilen, verbrennen und tief vergraben… aber nur so lohnt es sich für mich zu leben. Sex ohne Liebe, ohne Hingabe… ist doch scheiße!
Ich ging rein. “Was ist mit Hubert?”, kicherte es hinter mir. Ich stoppte. Mist… gute Frage! Und überhaupt, von Göttern, so klein sie auch sind… sollte man sich höflich verabschieden. Das gilt im übrigen auch für ein treues und tolles Leser Publikum. Deswegen, konnte es auf diese Frage auch nur eine Antwort geben. Ich schloss die Balkon Tür und setzte mich an meinen PC. Der letzte Projekteintrag. Wir sollten mit Tag 39 anfangen… und am Ende sollte die Antwort auf Amors letzte Frage stehen. Den Kleinen Kerl sehe ich so schnell nicht wieder, ich weiß das.
“Ich kenne niemanden der Hubert heißt!” …
Placebo ~ Song To Say Goodbye